• 07.05.2015

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    500 weiße Nelken oder …

    … warum feiern wir Muttertag?

    In diesen Tagen gibt es wieder allerorten geschäftiges Treiben und intensive Vorbereitungen für den kommenden Sonntag. Bei uns wie in vielen anderen europäischen Ländern wird Muttertag gefeiert. Doch was bedeutet er und woher stammt diese Tradition?

    Mütter sind in der Regel die erste und oft wichtigste Person im Leben eines Kindes und haben maßgeblichen Einfluss auf dessen Entwicklung. Seinen Ursprung hat der Muttertag in Virginia/USA, wo er erstmals Anfang des 20. Jahrhunderts gefeiert wurde. Es begann mit 500 weißen Nelken, die die Amerikanerin Anna Marie Jarvis 1907 zum Gedenken an ihre zwei Jahre zuvor verstorbene Mutter vor einer Kirche an andere Mütter verteilte. Jarvis‘ Mutter hatte ihr Leben der Wohltätigkeit gewidmet und bereits 1865 versucht, eine Mütterbewegung namens Mothers Friendships Day ins Leben zu rufen. Anna Marie Jarvis setzte das Streben ihrer Mutter fort und schaffte es, dass der US-Kongress 1914 den "Tag der Mutter" als Feiertag einführte, erstmals gefeiert am zweiten Sonntag im Mai des gleichen Jahres.

    Sukzessive eroberte der Muttertag weitere Länder. 1922 wurde er auch in Deutschland eingeführt. Doch schnell entwickelte er sich zu einem Fest der Geschenke. Viele Unternehmen witterten das große Geschäft. Diese Kommerzialisierung hatte Anna Jarvis allerdings nicht bezweckt. Auch wenn der Muttertag international großen Zuspruch fand, die eigentliche Botschaft ging mehr und mehr verloren. Darüber war Jarvis so sehr verärgert, dass sie und ihre Schwester die Familienerbschaft dafür einsetzten, um für die Abschaffung des Muttertages zu kämpfen – doch vergeblich. In einem Interview 1948 kurz vor ihrem Tod bedauerte sie es sehr, diesen Tag ins Leben gerufen zu haben.