• 30.08.2017

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    Eigenheim - Glück allein?

     

    Stellen Sie sich vor, Sie haben gerade Ihr kürzlich erworbenes Eigenheim bezogen. Nach einiger Zeit machen sich jedoch Wasserflecken an der Decke unterhalb des Badezimmers im Obergeschoss bemerkbar. Ach du Schreck! Woher kommt das Wasser? Nach erfolgter Leckagesuche stellt sich heraus, dass kein Rohrbruch Schuld an dem Schaden ist, sondern die Silikonfugen der Duschwanne undicht sind. Wer zahlt den Schaden nun? Wir! Die Grundeigentümer- Versicherung trägt die Kosten für hier entstandene Folgeschäden!

    Der Fall
    Durch die entstandenen Öffnungen am Duschwannenrand konnte Wasser über einen längeren Zeitraum unbemerkt in die Zwischendecke unterhalb der Duschtasse laufen. Dort sammelte es sich, bis es schließlich durch feuchte Flecken an der Küchendecke unterhalb des Bades auffiel.

    Das Urteil
    "Gelangt bestimmungsgemäß genutztes Leitungswasser aufgrund fehlender oder undichter Silikonfugen ungehindert in die Zwischenräume einer darunter befindlichen Decke, handelt es sich nicht um einen Schaden im Sinne der Bedingungen einer Leitungswasser-Versicherung." So beginnt das Urteil vom 04.07.2016 des Landesgerichtes Düsseldorf.

    Nach Ansicht der Richter sei das Leitungswasser hier ja bestimmungsgemäß genutzt worden. Das Wasser ist ordnungsgemäß aus dem Duschkopf in die Duschtasse geflossen. Erst aufgrund der defekten Silikonfugen konnte ein Schaden entstehen. Dies nahmen die Richter zum Anlass, einem Gebäudeversicherer vor Gericht Recht zu geben, welcher Leistungen auf dem Gebäudevertrag (VGB 86) abgelehnt hat. Der Kläger habe somit keinen Anspruch auf Leistungen seiner Gebäudeversicherung.

    Bedingungsgemäß heißt es hier zum Thema Leitungswasser: "Als Leitungswasser im Sinne dieser Bedingungen gilt Wasser, das aus den Zu- und Ableitungsrohren, den sonstigen Einrichtungen der Wasserversorgung oder aus den Anlagen der Warmwasser- oder Dampfheizung bestimmungswidrig ausgetreten ist."

    Ein versicherter Schadenfall liegt somit laut Bedingungen nicht vor.

    Wer zahlt im Schadenfall?
    Wir lassen Sie mit einem solchen Schaden nicht im Stich. Anders als andere Versicherer regulieren wir somit also auch Schäden aufgrund undichter Silikonfugen, auch wenn es sich um einen älteren Vertrag handelt. Im Zuge der Reform des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) im Jahr 2007 wurden alle Wohngebäudeverträge einseitig auf die Gebäudeversicherung (VGB 2008) umgestellt. Wir sprechen bei Umstellung von Verträgen jedoch eine Besitzstandsgarantie aus. Das bedeutet Sie erhalten die neuen Bedingungen und deren Vorteile, verlieren aber auch nicht die Vorteile, welche über den Altvertrag gegeben waren. Sie sind somit bestens abgesichert.

    Vorsicht: Bei Silikonfugen handelt es sich um sogenannte Wartungsfugen. Diese sind somit in regelmäßigen Abständen (alle 2 Jahre) zu kontrollieren und ggf. zu erneuern. Als Mieter hat man Undichtigkeiten an Fugen unverzüglich dem Vermieter zu melden, um dadurch entstehende Folgeschäden zu vermeiden. Als Eigentümer steht man selbst in der Pflicht, sich um auftretende Schäden zu kümmern. Woran Sie erkennen, dass die Fugen z.B. Ihrer Dusch- oder Badewanne undicht sind? Die Fugen lösen sich und zwischen Duschwanne und Wand entsteht ein Spalt. Hierdurch kann dann ungehindert Wasser unter die Duschtasse laufen.

    Sollte es aber trotz regelmäßiger Wartung dennoch zu einem Leitungswasserschaden kommen, sind wir für Sie als Gebäudeeigentümer da.

    Für noch mehr Infos zu diesem Thema melden Sie sich gern bei unserem Kundenservice-Team unter 040-3766 3333 oder schicken Sie uns eine E-Mail an kundenservice@grundvers.de