• 09.03.2016

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    Einbrecher knacken fast jedes Schloss

    Querriegel sind die beste Alternative

    Einbruchschutz Schloss Querriegel

    Für  sogenannte Sicherheitsschlösser greifen Konsumenten oft tief in die Tasche. Das Eigentum, welches sich hinter der Eingangs- oder Wohnungstür befindet, soll vor Fremden geschützt werden. Doch Tester haben bereits mehrfach Alarm geschlagen. Etwa 50 Prozent aller Modelle, die von den Herstellern als einbruchsicher verkauft werden, können innerhalb einer Minute problemlos geknackt werden. Damit es nicht so weit kommt, dass ein Einbrecher die Wohnung leer räumt, sollte auf das richtige Produkt gesetzt werden.
    Untersuchungen von Stiftung Warentest zeigen, dass nicht alle Produkte halten, was sie auch versprechen
    Selbst extrem teure Produkte, die mitunter in den vierstelligen Bereich gehen, fielen in den Tests durch. 15 Modelle von Vertikalstangen-, Querriegel- sowie Kastenzusatzschlössern und auch Bandsicherungen wurden vom Stiftung Warentest überprüft: 9 der 15 Sicherungen wurden als mangelhaft bewertet. Vor allem Kastenzusatzschlösser waren dem Stiftung Warentest ein Dorn im Auge. Mittels zusätzlichem Riegel wird die Tür an der Schlossseite verschlossen; empfehlenswert ist keines dieser Produkte. Wer sich vor Einbrechern schützen möchte, sollte daher in erster Linie auf Querriegelschlösser vertrauen. Doch die Überprüfung hat auch gezeigt, dass die einbruchshemmenden Produkte auch mit der Tür Hand in Hand gehen müssen. Wer falsche oder nicht passende Produkte anbringt, schützt im Endeffekt nicht sein Heim, sondern unterstützt nur den Hersteller und erleichtert dem Einbrecher sogar das Eindringen in die eigenen vier Wände.

    Einbruchshemmende Produkte müssen einen enormen Druck - für drei bis fünf Minuten - aushalten können

    Ein Einbruchtest sollte zeigen, wie sicher und stabil unterschiedliche Modelle sind, die von Herstellern als "Einbruchschutz" verkauft werden. Dabei nahmen die Experten vorwiegend Bezug zur Realität und versuchten mit Werkzeugen die Tür aufzubrechen. Einbrecher verbringen zwischen drei und fünf Minuten an der Tür und versuchen, jene aufzubrechen. Danach lassen sie von der Tür ab und flüchten. Die Gefahr, dass sie erwischt werden oder durch Lärm auf sich aufmerksam machen, steigt von Minute zu Minute. Somit sollte es den Experten gelingen, innerhalb von drei Minuten das Schloss zu knacken bzw. muss der Hersteller darauf achten, dass sein Produkt zumindest drei Minuten standhält. Doch die Untersuchung hat ergeben, dass viele Riegel bereits nach weniger als 60 Sekunden geknackt wurden. Ärgerlich vor allem, wenn man 700 Euro für Querriegel- oder Stangenschlösser bezahlt, die mitunter keinen sicheren Einbruchsschutz mit sich bringen. Bandsicherungen kosten etwa 80 Euro; Kastenzusatzschlösser bekommt man bereits um 150 Euro. Das Testergebnis fällt deprimierend aus: 2 von 3 Stangenverriegelungen erhielten die Note "mangelhaft", gerade einmal zwei Schlösser konnten den Tests bestehen und den Einbrecher abhalten. Dass aber der Belastungstest nicht positiv bestanden wurde, trübt auch dieses Bild.

    Querriegel scheinen die beste Alternative darzustellen

    Doch es gab auch gute bzw. sehr gute Testergebnisse. Verschiedene Querriegeln haben die Testaufgaben bestanden und die Einbrecher vor dem Eindringen in die Wohnung abgehalten. Aus diesem Grund konnte Stiftung Warentest auch getrost darauf verweisen, dass Querriegel ideale Hilfsmittel sind, Einbrecher abzuhalten, in die Wohnung zu gelangen.
    Auch die Bandsicherungen konnten - zumindest zu 50 Prozent - überzeugen. Zwei der vier Modelle lieferten gute Ergebnisse; zwei Modelle waren relativ leicht auszuhebeln.

    Wenn eine falsche Montage zur Einbruchshilfe wird

    Fakt ist, dass die Tür und auch Zusatzsicherung im Einklang zueinander stehen muss. Das bedeutet, dass Querriegel zwar an normalen Türen funktionieren, jedoch ihre Wirken versagen, wenn es sich um Altbautüren mit zwei Flügeln handelt. Für derartige Türen werden Stangenschlösser sowie Bandsicherungen benötigt. Handelt es sich um eine sogenannte Röhrenspangentür, sind Riegel zwecklos - hier helfen nur Verstärkungen mit Holz- oder Metallplatten. Des Weiteren rät aber auch die polizeiliche Kriminalprävention zu prüfen, dass - bevor etwaige einbruchhemmende Schlösser oder Vorrichtungen eingebaut werden - auf die Konstruktion der Tür geachtet wird. Denn auch die Konstruktion der Tür lässt mitunter erahnen, welcher Einbruchschutz überhaupt den Sinn und Zweck erfüllt, Einbrechern das Leben schwer zu machen. Zu beachten ist auch die Montage. Wer die einbruchhemmenden Produkte falsch oder mangelhaft montiert, erleichtert den Einbrechern den Zutritt.

    Weitere Informationen zur besseren Einbruchsicherung finden Sie auf den folgenden Seiten:

    - Einbruchdiebstahl - was ist zu tun?

    - Schadenverhütung -> Informationen zum Einbruch (PDF)