• 31.01.2018

    Zur Übersicht

    Fahrradunfall: Wer haftet, wenn das Licht kaputt war?

     

    Fahrradfahrer haben sich, genau wie Autofahrer, an die Vorschriften  der Straßenverkehrsordnung (StVO) zu halten. Paragraph 17 StVO regelt die Beleuchtungspflicht. Hier heißt es, dass die "vorgeschriebenen Beleuchtungseinrichtungen während der Dämmerung, bei Dunkelheit oder wenn es die Sichtverhältnisse sonst erfordern, zu benutzen sind." Doch man sieht häufig Fahrräder, die in der Dunkelheit ohne entsprechende Beleuchtung fahren. Damit gefährden die Radfahrer nicht nur ihre Gesundheit, sondern auch die der anderen Verkehrsteilnehmer. Und wer glaubt, dass das Fahren ohne Licht lediglich eine geringere Geldbuße nach sich zieht kann, irrt.

    Richtig ist, dass derjenige, der ohne entsprechende Beleuchtung fährt, eine Ordnungswidrigkeit begeht. Die Höhe richtet sich nach der Bußgeld-Katalogverordnung. Wenn andere Verkehrsteilnehmer in eine gefährliche Situation durch die fehlende Beleuchtung gebracht werden, können schon 25 Euro fällig werden, wer sogar eine Sachbeschädigung verursacht, muss 35 Euro zahlen.

    Kniffliger wird es allerdings, wenn andere Verkehrsteilnehmer sich verletzen und Schadenersatzansprüche oder Schmerzensgeld geltend machen. Schließlich haftet der Fahrradfahrer, wenn er einen Unfall verursacht hat. Oder sein eigener Anspruch - wenn er sich beispielsweise ebenfalls verletzt hat und einem anderen Verkehrsteilnehmer wird ein Fehlverhalten zugeschrieben - wird durch seine Mitschuld nach § 254 Strafgesetzbuch (StGB) gekürzt.

    Kommen Verkehrsteilnehmer in Folge der Nicht-Beleuchtung des Rades sogar ums Leben, kann sich der Fahrradfahrer der fahrlässigen Tötung (§ 222 StGB) sogar strafbar machen. Dann droht eine Geldstrafe oder bis zu 5 Jahre Haft.

    Ratsam ist es also, bei schlechten Sichtverhältnissen, Dämmerung und Dunkelheit nicht ohne Licht zu fahren - egal ob Rad- oder Autofahrer. Und achten Sie als Radfahrer auf reflektierende Bekleidung. Dies gilt insebsondere, wenn Kinder und Jugendliche unterwegs sind.

    Unser Tipp: Eine private Haftpflichtversicherung kann Sie vor finanziellen Folgen eines Missgeschickes absichern. Schließlich haftet jeder vor dem Gesetz, der vorsätzlich oder fahrlässig einem Dritten einen Schaden zufügt.