• 31.05.2017

    Zur Übersicht

    Garten-Tipp: Unkraut-Problem? Einfach aufessen

     

    Nur Unkraut im Garten?

    Das Wort "Unkraut" ist gerade für Gartenliebhaber sehr negativ belastet. Schließlich tauchen die eigentlichen Wildkräuter überall dort auf, wo sie nicht sollen und ihre Entfernung kostet Zeit und Nerven. Dabei "züchten" die Gärtner ohne es zu wissen auf ihrem Grund und Boden wahre Schätze. Denn in manchem Kraut stecken mehr Vitamine als in Gemüse ( insbesondere Vitamin C, Calcium und Eisen). Wir möchten Ihnen vier Wildkräuter vorstellen, die Sie vielleicht aus einer anderen Perspektive betrachten sollten und die Sie bestimmt in Ihrem Garten finden.

    1. Giersch
    Giersch ist als Unkraut im Garten besonders unbeliebt, da sich die Wurzeln weit ausbreiten, was seine Bekämpfung fast unmöglich macht. Egal was der Gärtner veranstaltet - Giersch kommt immer wieder. Allerdings können gerade die jungen Blätter sehr schmackhaft sein. Giersch hat einen scharfen, würzigen Geschmack, der gut zu Kartoffelgerichten oder in Salate passt. Geerntet werden sollten die jungen Triebe von März bis Mai. Man kann Giersch auch kochen, dann entsteht eine würzige Alternative zu Petersilie.
    Übrigens: Giersch ist eine wirkliche "Vitamin C Bombe" und wird auch in der Heilmedizin gegen Gicht eingesetzt.
    Rezepttipp: Hier finden Sie eine Rezeptidee zum Herstellen von Giersch-Pesto.

    2. Löwenzahn
    Löwenzahn wächst wirklich überall und schmeckt nicht nur Kaninchen. Schließlich sind die Blätter, die Blüten und sogar die Wurzeln essbar. Die weiße Milch aus dem Stengel, die beim Pflücken austritt, sollte allerdings nicht mitgegessen werden. Erntezeit ist von April bis Oktober. In dieser Zeit wachsen auch immer wieder neue Pflanzen nach.
    Löwenzahn passt in Salate, Suppen, in Saucen oder auf´s Butterbrot. Die Blätter Blätter können sogar eingefroren und zu einem späteren Zeitpunkt genossen werden. Auch hier schmecken die jungen, zarten Blätter am besten. Das untere Blattteil kann großzügig entfernt werden. Die Wurzel kann als Tee verwendet oder wie ei Radieschen im Salat gegessen werden. Werden die jungen Blätter gedünstet, können sie wie Spinat verwendet werden. Aus den Blüten kann man eine Art Honig oder Gelee machen.
    Übrigens: Löwenzahn ist ebenfalls reich an Vitamin C und A und soll blutreinigend und harntreibend wirken. Es fördert ebenfalls die Verdauung.

    3. Brennessel
    Die Brennnessel ist durch ihre hautreizende Wirkung extrem unbeliebt. Dabei gibt es kaum ein gesunderes Unkraut. Sie enthält viel Vitamin C, Eisen und Calcium.  Und man kann sie essen.
    Natürlich sollte bei der Ernte und der Verarbeitung Gartenhandschuhe getragen werden, damit es zu keiner Hautreizung kommt. Die Brennnesselblätter schmecken fein würzig. Sie können Gerichte genauso verfeinern oder als Tee genossen werden. Sie ist als Heilpflanze anerkannt und wirkt gegen Rheuma und Harnwegsinfektionen. Die Blätter können ebenfalls eingefroren werden. Rezeptideen finden Sie hier.

    4. Bärlauch
    Bärlauch ist in den vergangenen Jahren aus seinem "Schattendasein" getreten und ist mittlerweile sogar in den Gemüseabteilungen der Supermärkte zu finden. Bärlauch wächst von März bis Mitte Mai aber auch in der freien Natur. Bärlauch schmeckt wie Knoblauch und passt so gut in Pestos, Suppen oder Dips. Dabei hat es ebenfalls einen hohen Vitamin C-Gehalt und enthält Magnesium, wirkt antibakteriell und stärkt das Immunsystem.
    Vorsicht: Seine Blätter ähneln allerdings dem giftigen Maiglöckchen! Man kann die Pflanzen am Geruch unterscheiden. Reibt man die Blätter zwischen den Fingern, entsteht beim Bärlauch ein Knoblauchgeruch, beim Maiglöckchen nicht. Hat man an einem Maiglöckchenblatt gerieben, sollten Sie sich dringend die Hände waschen.

    Was tun, wenn es zu einer Vergiftung kommt?
    Wenn sie meinen, dass Sie vielleicht doch eine giftige Pflanze gegessen haben, heißt es erst einmal Ruhe bewahren. Im besten Fall nehmen Sie ein Stück der verspeisten Pflanze mit. Rufen Sie die Giftnotzentrale und schildern Sie die Situation. Eine Liste der Giftnotrufzentrale in Deutschland, Osterreich und der Schweiz gibt es auf der Website des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Im Zweifel natürlich den Notruf 112 wählen.

    Gibt es einen Versicherungsschutz gegen Vergiftungen?
    In der Regel ist eine Gesundheitsschädigung durch eine Vergiftung durch eine private Unfallversicherung versichert. Allerdings ist hier ein Blick in die Vertragsbedingungen sinnvoll. Bei der Grundeigentümer- Versicherung sind Nahrungsmittelvergiftungen, die eine Gesundheitsschädigung verursachen im Pro Domo Premium-Tarif versichert. Für Kinder gilt ein spezieller Unfallschutz. Bei ihnen sind Vergiftungen bis zum 14. Lebensjahr in allen drei Tarifen ( Basis,  Komfort und Premium) im Leistungsumfang enthalten. Unser Serviceteam berät Sie gern unter der Telefonnummer: 040- 3766 3333.