• 13.12.2012

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    Glücksbringer ade?

    Schornsteinfeger-Monopol fällt 2013

    War früher der Kamin verstopft oder zog er schlecht, war es kalt im Haus und es gab keine warme Mahlzeit. Dann war der Kaminkehrer der Retter in der Not und „brachte Glück ins Haus“. Auch heute noch gilt der schwarze Mann neben rosa Schweinchen und grünem Kleeblatt als Glücksbringer schlechthin, fasst man ihn an oder berührt seine Jacke. 

    Doch zum Jahresende fällt das jahrzehntealte Schornsteinfegermonopol. Waren bislang die Kaminkehrer in ihren Bezirken ohne Wettbewerber und mit festen Gebührensätzen in ihren Bezirken unterwegs, können Hauseigentümer ab Januar frei wählen, wer ihren Kamin reinigt. Natürlich kann man unverändert seinen zuständigen Bezirksschornsteinfeger beauftragen, aber sich auch jederzeit einen anderen suchen oder auf einen Handwerksbetrieb seiner Wahl zurückgreifen, z. B. einen Heizungsbauer, wenn er eine entsprechende Zusatzqualifikation hat. 

    Neu ist auch, dass der Schornsteinfeger künftig nicht mehr automatisch kommt. Die Verbraucher müssen sich jetzt selbst um die Fristen und Termine kümmern. 

    Einige Aufgaben obliegen aber weiterhin ausschließlich dem zuständigen Bezirksschornsteinfeger. So beispielsweise die Kontrolle und Abnahme von Kaminen (sog. Feuerstättenschau) oder die Prüfung, ob alle Fristen für die regelmäßigen Arbeiten wie das Kehren des Schornsteins oder die Abgasmessung der Heizung eingehalten wurden. Diese Fristen stehen im so genannten Feuerstättenbescheid. Man bekommt ihn von seinem Bezirksschornsteinfeger. Ein solcher Bescheid kostet je nach Anzahl der Feuerstätten zwischen zehn und dreißig Euro. 

    Wer Geld sparen möchte, sollte sich Angebote einholen und Preise vergleichen. Entscheidet man sich für einen „freien“ Schornsteinfeger, ist man selbst für die Einhaltung von Fristen und Terminen verantwortlich. Deshalb werben aktuell viele Bezirksschornsteinfeger mit längerfristigen Verträgen, bei denen man sich nicht selbst um die Organisation kümmern muss, häufig aber dafür bezahlt.