• 25.02.2016

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    Heizöllieferung überwachen

    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

    Heizöllieferung Vertrauen Kontrolle

    Heizöl kaufen ist Vertrauenssache und doch wurde in letzter Zeit wurde häufiger bekannt, dass bei Heizgaslieferungen geschummelt wurde. Wer sich beim Heizölkauf vor einer möglichen Mindermenge schützen will, sollte zum einen über den Messvorgang bestens Bescheid wissen, zum anderen sollten Sie die Lieferung genau kontrollieren und protokollieren.

    Ohne den Teufel an die Wand malen zu wollen und auch, wenn Sie vollstes Vertrauen zu Ihrem Lieferanten haben, sollten Sie auf einige Dinge achten. Denn der Teufel steckt wie so oft im Detail. Frei nach dem Motto: Je mehr ich weiß, desto weniger muss ich blind vertrauen!

    Der Fahrplan für Laien in Theorie und Praxis:

    • Grundsätzlich gilt es natürlich, vor der Bestellung, Preise und Lieferkonditionen zu vergleichen.

    • Das bestellte Heizöl wird aus einem Tankfahrzeug durch einen Gasmessverhüter, den Zähler und den Schlauch mit Hilfe einer Zapfpistole (wo ebenfalls ein Sichtfenster des Gasmessverhüters angebracht ist) in den Heizöltank des Kunden gepumpt. Der Gasmessverhüter soll das Messen von Luft verhindern. Tritt Luft in den Gasmessverhüter ein, sollte der Messvorgang sofort abgeschaltet werden. Als Kunde können Sie die Schaugläser, wo stets rotes Heizöl sichtbar sein muss, kontrollieren.

    • Heizöl verändert mit der Temperatur sein Volumen. 1000 Liter Heizöl dehnen sich bei einem Temperaturanstieg von 10 Grad Celsius um 8,4 Liter aus. Umgekehrt und analog dazu schrumpft das Volumen bei einem Temperaturabfall um 10 Grad Celsius um eben 8,4 Liter. Bei einer Liefermenge von 3000 Litern und einem Temperaturunterschied von 20 Grad beträgt die Volumenabnahme - sage und schreibe - rund 52 Liter.

    • Deshalb ist bei Abgabe von leichtem Heizöl im geschäftlichen Verkehr, das bei Betriebstemperatur gemessene Volumen, auf 15 Grad Celsius umzurechnen und der Heizölabrechnung zugrunde zu legen. Diese Umrechnung muss auch auf der Rechnung ausgewiesen werden.

    • Der Gesetzgeber schreibt vor, dass Messgeräte zur Bestimmung des Volumens, wenn sie im geschäftlichen Verkehr verwendet werden, geeicht sein müssen. Nur ein gültiges Siegel der Eichbehörde garantiert, dass die abgegebene Menge auch richtig erfasst wird. Also kontrollieren Sie das Eichsiegel, welches gut sichtbar auf dem Schild der Messanlage kleben sollte.

    • Achten Sie darauf, dass der Zähler des Tankwagens auf Null steht, bevor die Heizölbetankung beginnt.

    • Unmittelbar vor der Öllieferung sollten Sie die Restfüllmenge in Ihrem Öltank messen und sowohl in Ihren Unterlagen als auch mit einem Marker direkt auf Ihrem Tank dokumentieren. Notieren Sie in einer fortlaufenden Liste sowohl Datum der Lieferung, Restmenge im Tank sowie die getankte Menge Heizöl. Schreiben Sie sich im Zweifelsfall auch das Nummernschild des Lieferanten auf, damit dieser für etwaiges Fehlverhalten im Nachhinein zur Rechenschaft gezogen werden kann.

    • Bleiben Sie während der gesamten Lieferung beim Fahrer. Insgesamt sollte der Vorgang nicht länger als 20 Minuten dauern.

    • Fehlmessungen um bis zu 0,5 Prozent liegen im Bereich der sogenannten „Verkehrsfehlergrenze“ und müssen vom Kunden akzeptiert werden. Bei einer bestellten Lieferung von 3000 Litern Heizöl darf die tatsächlich gelieferte Menge also maximal um 15 Liter von der berechneten Menge abweichen.

    • Bei Unstimmigkeiten sollten Sie direkt vor Ort reklamieren.

    • Wenn Sie Zweifel an der Korrektheit Ihrer erhaltenen Öllieferung haben, wenden Sie sich an das zuständige Eichamt.

    Die Rohölpreise sind auf Talfahrt und Rekordtief. Wer kann, füllt seinen Tank jetzt für die kommende Saison bis zum Anschlag auf!