• 09.11.2016

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    Hochwasser: Die unterschätzte Gefahr

    Gehen die deutschen Hausbesitzer zu gleichgültig mit Hochwassergefahren um?

    Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) hatte eine Umfrage beim Markt-
    forschungsunternehmen GfK beauftragt, das Eigenheimbesitzer in Deutschland über ihre Einschätzung zu Hochwassergefahren befragen sollte. Das Ergebnis, das im September 2016 veröffentlicht wurde erstaunt.
    Zwei Drittel der in der Umfrage angesprochenen Hauseigentümer ist davon überzeugt, nie von Über-
    schwemmungen oder Hochwasser betroffen zu sein. 90 Prozent der Befragten geben an, über einen ausreichenden Versicherungsschutz zu verfügen. In dieser Zahl klafft eine sehr große Realitätslücke, denn schließlich sind rund 11 der 17,5 Millionen Hausbesitzer in Deutschland nicht gegen Elementargefahren wie Starkregen, Überschwemmung oder Hochwasser versichert. 

    Ist die Wohngebäudeversicherung ein ausreichender Schutz?
    Der Hauptversicherungsschutz der Hauseigentümer ist die Wohngebäudeversicherung. Sie kommt für Schäden am Haus auf, wenn diese beispielsweise durch Brand, Blitzschlag, Leitungswasser, Rohrbruch und Frost, Sturm, Hagel und Überspannung entstehen. Viele Hauseigentümer sehen sich mit dieser Police ausreichend abgesichert. Allerdings wissen sie meist nicht, dass Schäden durch Überschwemmung, Hochwasser und Starkregen nicht dazu gehören. Dies zeigt die GDV-Umfrage ganz deutlich. Hier ist ein zusätzlicher Versicherungsschutz dringend notwendig: die Elementarschadenversicherung. 

    Die Umfrage deckte außerdem auf, dass viele Hauseigentümer davon ausgehen, dass eine Elementarschaden-
    versicherung viel zu teuer sei (51 Prozent der Befragten) und sie unterschätzten ihr persönliches Risiko (knapp 60 Prozent der Befragten). Gerade Deutschland wurde im Jahr 2016 und den Jahren davor von zahlreichen schweren Unwettern heimgesucht. Dabei traten durch Starkregen viele Flüsse über die Ufer und das auch in Regionen, in denen dies eher selten vorkommt. Die Versicherer haben 1,2 Milliarden Euro für diese Art von Schäden geleistet. 

    Elementarschutz auch in der Hausrat abschließbar
    Wichtig ist es auch zu wissen, dass es einen solchen zusätzlichen Elementargefahren-Schutz nicht nur für die Wohngebäude- sondern auch für die Hausratversicherung gibt. Schließlich ist es zu begrüßen, wenn im Fall eines Starkregenschadens das Wohngebäude nicht nur wieder betretbar, sondern auch wieder bewohnbar wird. Denn mit sehr großer Wahrscheinlichkeit wurde auch der Hausrat – Möbel, Fernseher, Bekleidung usw. – stark in Mitleidenschaft gezogen.

    Die WirtschaftsWoche prüfte im Juli 2016, nach dem das Sturmtief „Elvira“ in Baden-Württemberg eine Schneise der Verwüstung hinterlassen hatte, in größerem Stil Hausratversicherungen. Die Grundeigentümer-Versicherung erhielt mit ihrem Direkt Max-Tarif die Note „gut“. 

    Eine Elementarschadenversicherung muss nicht teuer sein, dies hängt von der Region ab. Es lohnt sich, ein entsprechendes Angebot einzuholen.