• 26.10.2017

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    In vielen Regionen wird wieder vermehrt mit Holz geheizt. Doch das Brennholz muss auch gelagert werden. Wer haftet für Schäden, die durch einen umgekippten Holzstapel entstehen können? Die Grundeigentümer-Versicherung zeigt einen solchen Fall auf.

    Der Fall
    Ein Versicherungsnehmer schichtete direkt an der Grundstücksgrenze einen Brennholzstapel auf. Unerwartet kippte dieser - ohne fremdes Zutun - um und beschädigte dabei das Auto des Nachbarn, das auf der Einfahrt neben dem Schichtholz stand. Der Eigentümer des Autos verlangte nun von seinem Nachbarn die Kostenübernahme der Reparatur und fragte sich, ob überhaupt an der Grundstücksgrenze aufgeschichtet werden darf.

    Die Versicherungsfrage
    Jede Person muss dafür Sorge tragen, dass Dritten gegenüber kein Schaden zugeführt wird. Geschieht dies doch, so haftet man nach dem bürgerlichen Gesetzbuch, wenn der Schaden schuldhaft verursacht wurde. Im vorliegenden  Fall hatte der Versicherungsnehmer den Holzstapel nicht fachgerecht aufgeschichtet und zudem keine weiteren Maßnahmen getroffen, den Holzstapel zu sichern. Damit hat er fahrlässig den Schaden am Auto seines Nachbarn herbeigeführt, so dass seine Privathaftpflichtversicherung für den Schaden aufkommen müsste. 

    Der Tipp
    "Wichtig beim Heizen mit Holz ist, dass das Kaminholz richtig gelagert wird. Dies schont die Umwelt, die Gesundheit und beugt Schäden am fremden Eigentum vor", berichtet Schadenverhütungsexperte Ralf Fohrer von der Grundeigentümer-Versicherung. Am besten wird das Brennholz draußen gelagert, damit es gut belüftet wird. Dabei ist es natürlich trocken zu halten. Entsprechende Holzregale schützen das Haus vor Regen, wenn sie richtig aufgebaut sind.
    Übrigens gibt es keinen generellen Mindestabstand beim Aufschichten eines Holzstapels der an das Nachbargrundstück grenzt oder der beim Aufstellen eines Holzregals eingehalten werden muss. Manche Bundesländer regeln allerdings den Abstand beim Aufstellen eines Holzschuppens in Ihren Nachbarschaftsgesetzen, so beispielsweise Baden-Würtemberg. Hier muss ein Mindestabstand von 50 cm für Holzschuppeneingehalten werden. Generell sollte freistehendes Holz nicht zu hoch gestapelt werden, sonst könnte es sich auch um eine bauliche Anlage handeln. Die Privathaftpflichtversicherung gehört zu den wichtigsten Versicherungspolicen, da Haftungsansprüche anderer schnell finanziellen Ruin bedeuten können.