• 31.08.2016

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    Immobilienkauf – Neu oder gebraucht?

    Teil 2 unserer Immobilien-Serie

    Wer sich dazu entschlossen hat, eine Immobilie zu kaufen und einen Finanzplan erstellt hat, kann mit der Immobiliensuche beginnen. Denn nun kennt der Interessierte seinen finanziellen Rahmen. Sicherlich wurden im Vorfeld bereits folgende Überlegungen getroffen: Soll es ein Haus oder eine Wohnung sein? Soll die Immobilie in der Stadt oder auf dem Land liegen? Wie sollte die Infrastruktur aussehen? Wird eigenständig gesucht oder ein Makler für die Immobiliensuche beauftragt?

    Wer sich für ein Haus entschieden hat, muss sich ferner entscheiden, ob er seine eigenen vier Wände selbst baut oder eine Bestandsimmobilie kauft. Doch wo liegen jeweils die Vor- und Nachteile?

    Der Neubau – Vor- und Nachteile
    Neubauten haben den großen Vorteil, dass der Bauherr sein Haus nach seinen Anforderungen und Bedürfnissen planen und bauen kann. Selbst bei Wohnungsneubauvorhaben können häufig noch Grundrisse geändert werden. Außerdem entscheidet der Bauherr über die Bauweise, verbauten Materialien, Heizanlage, Haustechnik, den Innenausbau und sogar über die Anzahl der Steckdosen. Dies ist aber eine Freiheit, die viele Bauherren überfordern kann.

    Entscheidend ist natürlich, dass der Bauherr für sein Bauvorhaben das richtige Grundstück findet. Die Größe und die Lage sind wichtig. Da viele Kommunen keine Neubaugebiete ausweisen, ist die Auswahl an Grundstücken geringer, als das Angebot an Bestandsimmobilien. Ist das passende Grundstück gefunden, ist es wichtig, ob dieses erschlossen ist oder nicht. Nur erschlossene Grundstücke dürfen bebaut werden. Erschlossen bedeutet, dass bestimmte Kriterien erfüllt sein müssen. Diese sind: Verkehrsanbindung, Strom-/Wasser- und Abwasserversorgung. Telekommunikations-, Gas- und Fernwärmeleitungen müssen nicht  zwingend vorhanden sein. Fehlen Kriterien, ist das Grundstück nur teilerschlossen. Und: Muss ein Grundstück erschlossen werden, kommen nicht unerhebliche Kosten auf den Grundstückseigentümer zu!

    Der größte Nachteil eines Neubauvorhabens sind tatsächlich die Kosten. Eine genaue Kalkulation ist fast unmöglich, da häufig nach Fertigstellung Baumängel beseitigt oder unvorhersehbare Bauänderungen vorgenommen werden müssen. Baumängel sind meist vom Bauträger zu beseitigen. Der Käufer sollte sich den Vertrag genau anschauen, bevor er diesen unterschreibt.

    Bauzinsen sind momentan zwar auf einem historischen Tiefstand, Grundstückspreise und Baupreise sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Außerdem kostet ein Hausbau Zeit und Nerven.

    Die Bestandsimmobilie – Vor- und Nachteile
    Bestandsimmobilien sind auf dem Markt sehr viel häufiger zu finden als unbebaute Grundstücke.
    Außerdem sind die Kaufpreise meist niedriger, als der Kauf eines Neubaus. Und: Die Lage ist häufig deutlich attraktiver. Gerade in Städten sind „gebrauchte“ Immobilien begehrt. Baulücken in den Innenstädten sind selten. Neubaugebiete finden sich meist am Stadtrand. Wer sich ein Haus mit Garten wünscht, hat bei einer Bestandsimmobilie ebenfalls den Vorteil, dass die Gartenanlage vorhanden ist. Gerade wer sich für einen Altbau entscheidet, liebt den Charme einer solchen Immobilie. Besondere Bauelemente oder das gewachsene Umfeld machen gerade hier den Reiz aus.

    Ein weiterer Vorteil ist, dass das Haus bereits steht und besichtigt werden kann. Auch der Umzug ins Eigenheim kann schneller erfolgen. Aber: Gerade Altbauten verbergen meist Mängel. Es empfiehlt sich vor dem Hauskauf einen Bausachverständigen zu bemühen. Der kostet zwar auch Geld, er kann aber auf Mängel hinweisen. Schließlich steht der Käufer für Sanierung und Mängelbeseitigung gerade. Mögliche Sanierungskosten können besser eingeschätzt und der Kaufpreis vielleicht noch gedrückt werden. Deckt der Baugutachter gravierende Mängel auf, kann der Käufer seine Kaufabsichten überdenken. Bei einer Bestandsimmobilie sollte der Finanzierungsrahmen etwas großzügiger angelegt werden, damit mögliche Sanierungs- bzw. Renovierungs-
    kosten mit abgedeckt sind. Dann steht auch hier dem Traum von den eigenen vier Wänden nichts entgehen.

    Übrigens: Als Bestandsimmobilie zählt auch ein Haus, das als Neubau nur kurz bewohnt wurde.