• 07.04.2015

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    Klappe auf, Katze raus

    Was Mieter beim Einbau einer Katzenklappe beachten sollten

    Eine Katzenklappe bietet sowohl Katze als auch Katzenhalter viel Freiraum. Die Katze kann selbst entscheiden, wann sie raus geht, der Katzenhalter muss nicht ständig geschlossene Türen öffnen. Allerdings: Vermieter sind nicht immer mit dem Einbau einer Katzenklappe einverstanden, kann sie doch Beschädigungen an der Tür hinterlassen. Es stellt sich also die Frage: Darf ein Mieter einfach eine Katzenklappe einbauen?

    Dazu gibt es keine eindeutige Antwort, wie zwei Urteile zeigen. So hielt das Landgericht Berlin die fristlose Kündigung eines Mieters für wirksam, der in der Wohnungstür eine 13 x 16 cm große Kunststoff-Katzenklappe einbaute. Dies sei eine erhebliche Beschädigung und optische Beeinträchtigung der Tür, urteilte das Gericht. Außerdem hätte die Katze ungehinderten Zugang zum Treppenhaus des Hauses (Landgericht Berlin, Urteil vom 24.09.2004, Az. 63 S 199/04).

    Dagegen sah das Amtsgericht Erfurt in dem Einbau einer Katzenklappe nur eine einmalige und geringfügige Pflichtverletzung, die keine außerordentliche Kündigung rechtfertige. Zwar stelle der Einbau der Katzenklappe eine Sachbeschädigung dar, ermögliche aber die artgerechte Haltung der Katze. (Amtsgericht Erfurt, Urteil vom 09.07.1999, Az. 223 C 1095/98).

    Die beiden Urteile zeigen, dass es keine eindeutige Regelung gibt, sondern vielmehr von den Einzelumständen abhängt. Viel Ärger kann man sich ersparen, wenn man sich im Vorfeld mit dem Haus- oder Wohnungseigentümer abstimmt.

    Mitberücksichtigen sollte man beim Einbau einer Katzenklappe auch eventuelle Auswirkungen auf die Hausratversicherung. Wird nämlich durch eine Katzenklappe Einbrechern die Arbeit erleichtert, kann es der Versicherer ganz oder teilweise ablehnen, für den Schaden aufzukommen. Begründung: Grobe Fahrlässigkeit. (vgl. Amtsgericht Dortmund, Urteil vom 31.03.2008, Az. 433 C 10580/07). Deshalb sollte man vor Einbau der Katzenklappe mit dem Versicherer Kontakt aufnehmen, um im Falle eines Falles ausreichend abgesichert zu sein. Auf der sicheren Seite ist man, wenn die Hausratversicherung auch bei grober Fahrlässigkeit leistet.