• 26.04.2012

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    Mieterhöhung: Jawort per Kontobewegung

    Dann und wann ist in jeder Beziehung zwischen Vermieter und Mieter mal eine Mieterhöhung fällig. Wichtige Voraussetzung ist es, dass der Mieter dieser Erhöhung zustimmt. Aber muss er dies konkret und schriftlich tun, also sprichwörtlich sein Jawort geben? Nicht in jedem Fall, wie jetzt ein Gericht entschied. Denn auch das Zahlen der „neuen“ erhöhten Miete kann als Zustimmung gewertet werden. So geschehen in einem Fall, der vor dem Amtsgericht Mannheim verhandelt wurde.

    Ein Vermieter hatte die Wohnungsmiete um 80 Euro erhöht. Der Mieter zahlte diese „neue“ Miete, ohne ihr konkret zuzustimmen. Dies verlangte jedoch der Vermieter. Der Mieter reagierte nicht, zahlte aber zwei weitere Monate lang die erhöhte Miete. Der Vermieter zog sodann vor das Gericht, das die Klage als unzulässig ablehnte. Durch die Zahlung der drei erhöhten Mieten sei schon eine Zustimmung kommuniziert worden, schon eine Mietzahlung könne dazu ausreichend sein – selbst im verhandelten Fall, in dem die Mieter mittlerweile getrennt lebten. Denn die Zahlung sei beiden Mietern zuzurechnen, und insofern könne der Vermieter von einer gemeinsamen Zustimmung ausgehen (AG Mannheim, AZ 9 C 77/12).

    Quelle: Grundeigentümer Insider - Ausgabe April 2012