• 07.09.2016

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    Neubau – Fünf Tipps für jeden Bauherren

    Teil 3 unserer Immobilien-Serie

    Neubau – Fünf Tipps für jeden Bauherren

    Sie haben mit spitzem Bleistift ausgerechnet, wie viel Immobilie Sie sich leisten können. Haben abgewogen in welcher Art von Immobilie Sie leben möchten und sich für einen Neubau entschieden. Dann ist es Zeit sich nach einem passenden Grundstück umzusehen. 

    1. Das Grundstück
    Sie haben Ihr Traumgrundstück gefunden, dann besorgen Sie sich von der Gemeinde oder Stadt den Bebauungsplan. In diesem wurde per Satzung festgelegt, welche Nutzungen zulässig sind, z. B. wie hoch ein Gebäude sein darf. Wenn Sie diese Vorgaben bereits in Ihrer Planung berücksichtigen, erleichtert dies später den Erhalt der Baugenehmigung.

    Außerdem sollte das mögliche Baugrundstück genau unter die Lupe genommen werden. Neben der Bodenbeschaffenheit – hier ist alles zwischen weichem Sandboden bis hartem Lehmboden möglich – kann das Grundstück auch mit Altlasten kontaminiert sein. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn das Grundstück industriell genutzt wurde. Wichtig ist also: Was befand sich vorher auf dem Grundstück? Vergleichsweise einfach ist beispielsweise die Beseitigung von Grundmauern. Teuer kann es werden, wenn Giftstoffe im Boden gefunden werden. 

    Die geographische Lage des Grundstücks sollte in jedem Fall ein Kriterium für die Kaufentscheidung sein. Wie kann ein Haus auf dem Grundstück ausgerichtet werden? Liegt das Grundstück womöglich an einem Hang? Dann achten Sie auf den Sonnenstand. Außerdem sollte das Grundstück nicht nur am Wochenende besichtigt werden. Gerade in der Woche kann die Verkehrsdichte zunehmen oder können Betriebe in der Nachbarschaft unangenehme Gerüche oder Lärm verursachen.

    2. Die Hausplanung
    Die Planung des Traumhauses ist meist die größte Herausforderung für den Bauherrn. Hier sollte sich Zeit genommen werden, schließlich gibt es unzählige Haustypen. Fertig- oder Massivhaus, Reihenhaus oder einzelstehendes Haus? Besuchen Sie Musterhäuser oder Musterhausparks. Hier kann man sich gut inspirieren lassen. Bei Hausbesichtigungen sollten Sie bereits auf die Raumaufteilung achten. Überlegen Sie auch, ob Ihnen der Baustil in ein paar Jahren immer noch gefallen könnte.

    Soll das Haus einen Keller haben? Dieser schafft zwar Stauraum, dessen Bau verursacht aber hohe Kosten. Besonders wichtig ist die richtige Auswahl der Dachform. Entscheidend ist hier, ob das Dachgeschoss bewohnt werden soll.

    Bei der Zimmeraufteilung spielt auch die Zimmergröße eine wichtige Rolle. Soll es im Wohnzimmer einen Essbereich geben? Dann sollte die Quadratmeterzahl über 40, besser bei 50 qm liegen. Schlafzimmerräume haben meist eine Größe von 16-20 qm. Kinderzimmer liegen im Schnitt zwischen 10-15 qm. Und: Heute wird energieeffizient gebaut. D.h. die Auswahl des Dämmmaterials ist wichtig. Unser Tipp: Die KfW fördert energieeffizientes Bauen. Informieren Sie sich rechtzeitig.

    Wählen Sie mit Bedacht einen möglichen Baupartner aus. Ist das Bauunternehmen am Markt etabliert? Wie ist die Reputation? Wie viel Arbeit nimmt der Partner ab?

    3. Der Bauvertrag
    Der Bauvertrag ist das Herzstück Ihres Neubauvorhabens. Er legt die Bau- und Leistungsbeschreibungen fest. Hier kommt es auf die Details an. Je präziser die Details formuliert werden, desto weniger Ärger gibt es meist in der Umsetzung bzw. im Streitfall. Empfehlenswert ist es für Baubestandteile wie z. B. Treppen, Türen, Fliesen, Bodenbeläge und Armaturen rechtzeitig Material, Farbe und Fabrikate zu bestimmen. Kommt es später zu Streitigkeiten, kann sich der Bauherr auf die Vereinbarungen berufen. Außerdem ist hier festzulegen, wie es mit möglichen Vertragsstrafen aussieht, wenn es zu Bauverzögerungen bzw. Leistungsverzögerungen kommt. Vereinbaren Sie Termine. Wann beginnt der Bau und wann soll der Bau fertig, bzw. bezugsfertig sein? Ebenso ratsam ist es einen Zahlungsplan zu vereinbaren und diesen an bestimmte Baufortschritte zu koppeln. 

    Unser Tipp: Schließen Sie eine Bauleistungsversicherung ab. Sie schützt vor Schäden während der gesamten Bauzeit, beispielsweise, wenn ein Sturm ein Mauerwerk umreißt oder bereits montierte Waschbecken oder Türen gestohlen werden. 

    4. Die Baustelle
    Sie haften für Ihre Baustelle, deshalb ist eine richtige Absicherung besonders wichtig. Wer ein Bauunternehmen beauftragt, muss sich mit der Baustelleneinrichtung nicht im Detail befassen. Trotzdem sollte dem Bauherren bewusst sein, was alles organisiert werden muss. Ein Bauzaun ist zu errichten, auf der Baustelle werden Strom und Wasser benötigt. Die Bauarbeiter benötigen ein Toilettenhäuschen, dies muss auch gereinigt und wieder abgeholt werden. Und: Für die Baustellenzufahrt muss eine Genehmigung eingeholt werden, da sie meist auf öffentlichem Grund liegt. Wer diesen beschädigt, muss für die Wiederherstellungskosten aufkommen.

    Unser Tipp: Ein wichtiger Versicherungsschutz für den Bauherren ist eine Bauherrenhaftpflichtversicherung. Sie schützt vor Ansprüchen Dritter, die sich möglicherweise auf Ihrer Baustelle verletzen oder anderweitig zu Schaden kommen.

    5. Die Dokumentation
    Halten Sie wichtige Bauabschnitte per Fotoaufnahmen fest. Beispielsweise bei der Verlegung von Wasser- Gas- oder Stromleitungen. Kommt es später zu Schäden, können die Fotos helfen die Ursachen zu ermitteln. Außerdem helfen die Bildbeweise, falls es zu Streitigkeiten mit den Baupartnern kommt. Datieren Sie die Fotos unbedigt.

    Bewahren Sie in jedem Fall alle Unterlagen zum Hausbau auf. Dazu gehören Angebote, Rechnungen und Vertragsvereinbarungen. Auch, wenn das Bauvorhaben durch eine Baufirma durchgeführt wird, sollten Sie sich von Zeit zu Zeit auf Ihrer Baustelle sehen lassen.