• 04.05.2017

    Zur Übersicht

    Neues Jahr - neue Regelungen

     

    1) Mehr Geld

    Rentner, Familien und Hartz- IV Empfänger bekommen ab 2018 mehr Geld. Das Kindergeld wird für das erste und zweite Kind beispielsweise um 2 Euro auf 194 Euro erhöht. Rentner bekommen ein Plus von 3 Prozent, wenn die Löhne und Gehälter wie prognostiziert steigen. Ab Januar 2018 bekommen Sozialhilfe- und Arbeitslosengeld II-Empfänger ebenfalls mehr Geld. Der Regelsatz für Alleinstehende steigt von 409 Euro auf 416 Euro monatlich. Paare erhalten pro Person statt 368 Euro, 374 Euro. Die Grundsicherung für Kinder und Jugendliche (zwischen dem 7. und bis Vollendung des 18. Lebensjahres) erhöht sich um fünf Euro.

    Zum 1. Januar 2018 sinkt der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung von 18,7 auf 18,6 Prozent. Und der Grundfreibetrag in der Einkommensteuer steigt ab 2018. Für Ledige bedeutet dies ein Plus von 180 Euro (von 8.820 auf 9.000 EUR). Verheirateten stehen 360 Euro mehr zu (dies bedeutet 18.000 Euro). Der Grundfreibetrag soll das Existenzminimum sichern, auf diesen Betrag werden keine Steuern erhoben. Für Kinder ist dies der steuerliche Kinderfreibetrag der ebenfalls 2018 angehoben wird. Pro Kind und Jahr bleiben damit 4.788 Euro des Elterngehaltes steuerfrei (2017: 4.716 Euro).

    Übrigens: Wer Arbeitslosengeld bezieht, kann sich im kommenden Jahr (ab dem 2. Quartal) in dringenden Fällen einen Vorschuss der staatlichen Unterstützung an der Supermarktkasse - beispielsweise bei Rewe, Penny, Real, dm und Rossmann - auszahlen lassen. Dieses Verfahren ist vor allem für Menschen gedacht, die kein eigenes Konto haben. Bisher konnten Sie an Kassenautomaten in den Jobcentren Geld beziehen, diese werden allerdings aus Kostengründen vermehrt abgebaut.

    2) Mehr Verbraucherschutz

    Für Verbraucher ändert sich 2018 auch einiges. Zum einen fallen ab dem 13. Januar 2018 Zusatzgebühren bei Kartenzahlungen in der EU weg. Dies bedeutet, dass Händler (online und im Einzelhandel) keine gesonderten Entgelte für die gängigen Kartenzahlungen, SEPA-Überweisungen und Lastschriften in Euro erheben dürfen. Diese Regelung gilt europaweit. Außerdem sind in der Eurozone nun Echtzeitüberweisungen möglich.

    Wer ein Online-Abodienst nutzt, beispielsweise einen kostenpflichtigen Streaming-Dienst für Filme, Sport oder Musik, kann diesen ab dem 20. März 2018 auch im EU-Ausland nutzen. Es dürfen hierfür keine zusätzlichen Gebühren erhoben werden.

    Mallorca erhöht ab der Hauptsaison 2018 die Touristensteuer um das Doppelte. Dies bedeutet, dass in Fünf-Sterne-Hotels der Tagessatz von 2 auf 4 Euro, in der günstigen Kategorie (Hostels, Pensionen und Campingplätze) statt 50 Cent 1 Euro fällig wird. Kinder unter 16 Jahre müssen weiterhin keine Touristen-Steuer zahlen.
    Das Pauschalreiserecht ändert sich ab dem 01. Juli 2018. Dies hat zur Folge, dass sich die Frist für das Anzeigen von Reisemängel beim Veranstalter verlängert. Bisher hatten Urlauber nur einen Monat Zeit, zukünftig zwei Jahre.
    Der Insolvenzschutz wird ebenfalls verbessert. Und der Verbraucher erhält zusätzlichen Schutz, wenn er über Buchungsportale im Internet eine Reise abschließt.

    3) Für Bauherren

    Für private Bauherren ändert  sich 2018 auch etwas. Es gibt neue Regelungen zum verbraucherbauvertrag. Die hier aufgeführten Neuerungen gelten für alle Verträge, die ab dem 1. Januar 2018 geschlossen werden. Ansonsten ist das Werkvertragsrecht aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch weiterhin Grundlage für Bauverträge.
    So werden nun detaillierte Baubeschreibungen Pflicht, die Baufirmen den Bauherren aushändigen müssen. Hier müssen ebenfalls verbindliche Zeitangaben zur Fertigstellung gemacht werden. Ebenfalls neu: Bauverträge können innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden.

    Viele Energieausweise verlieren 2018 ihre Gültigkeit, da sie nur 10 Jahre gültig sind. Lüftungsanlagen in Wohnräumen müssen ab dem 1. Januar sparsamer und leiser werden.

    Außerdem müssen Heizöltanks gegen Hochwasser gesichert werden. Dies gilt für jeden Heizöltank, der zum 5. Januar 2018 in einem ausgewiesenen Überschwemmungsgebiet installiert ist. Dieser muss bis zum 5. Januar 2023 vor Hochwasser geschützt werden. Damit ist gemeint, dass der Aufstellraum gegen eindringendes Wasser gesichert werden muss oder der Tank fest verankert wird, so dass ein "Aufschwimmen" verhindert wird.

    Die Verbraucherzentrale hat eine umfangreiche Zusammenstellung für die Neuerungen 2018 zusammengestellt.