• 20.03.2014

    Zur Übersicht

    Überspannungsschäden

    Gefahr durch Überspannungsschäden

    Der Netzbetreiber haftet

    Werden Elektrogeräte im Haushalt durch zu eine zu hohe Stromspannung beschädigt, haftet der Netzbetreiber. So urteilte am 25.02.2014 der Bundesgerichtshof (Az.: VI ZR 144/13).

    Nach einer Störung der Stromversorgung kam es in einem Wohnhaus zu einer Überspannung mit der Folge, dass mehrere Elektrogeräte und die Heizungsanlage beschädigt wurden. Grund für die Überspannung waren zwei defekte Erdungsleitungen. Der Hauseigentümer verlangte vom Stromnetzbetreiber Schadenersatz.

    Die Richter entschieden: Der Netzbetreiber muss für den überwiegenden Teil des Schadens aufkommen. Grundlage hierfür ist die verschuldensunabhängige (Gefährdungs-)Haftung nach § 1 Produkthaftungsgesetz. Denn Elektrizität im Sinne dieses Gesetzes ist ein Produkt und die Überspannung ein Produktfehler, wodurch ein Schaden an den Elektrogeräten entstanden ist. Der Netzbetreiber müsse sicherstellen, dass der Strom nutzbar in den Haushalten ankommt, hat jedoch mit der Lieferung des Stroms an den Kunden das fehlerhafte Produkt in den Verkehr gebracht. Stromkunden müssen nicht mit derartigen Spannungsschwankungen rechnen. Der Schadenersatzanspruch war damit gerechtfertigt; der Hauseigentümer hat jedoch eine Selbstbeteiligung in Höhe von 500 Euro nach § 11 Produkthaftungsgesetz zu tragen.

    Doch auch wenn nach diesem Urteil der Netzbetreiber haftet, sollten aufgrund der zunehmenden Zahl von Gewittern explizit Über- und Unterspannungsschäden auf alle Fälle in der Hausrat- und in der Wohngebäudeversicherung mit eingeschlossen sein. Denn hierfür haftet der Netzbetreiber nicht. Mehr Informationen zum Versicherungsschutz rund um Immobilie und Hausrat finden Sie unter hier.

    Quelle: www.bundesgerichtshof.de