• 11.01.2017

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    Was sich 2017 ändert (Teil 2)

    Letzter Teil unserer zweiteiligen Mini-Serie

    Kommende Gesetzesänderungen in 2017

    Was ändert sich für Patienten?

    Pflegestärkungsgesetz: Die dritte Stufe des Pflegestärkungsgesetzes hat das Leistungsangebot für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige ausgebaut. Die bisher gültigen drei Pflegestufen wurden in fünf neue Pflegegrade eingeteilt. Die Umstellung soll Versicherte mit einer geistigen Beeinträchtigung gerechter behandeln, denn sie waren denen mit einer körperlichen Beeinträchtigung bisher gleichgestellt worden.
    In der häuslichen Pflege kommt es zu einer Erhöhung der Leistungen: Seit Jahresbeginn zahlt die Kasse bis zu 1.995 Euro (bisher max. 1.612 Euro). Allerdings zahlen gesetzlich Versicherte auch 0,2 Prozent mehr in die Pflegeversicherung. Der Beitrag steigt damit auf 2,55 Prozent. Kinderlose zahlen sogar 2,8 Prozent mehr Beitrag.

    Was ändert sich für Rentner?

    Flexi-Rente: Neu ist in diesem Jahr die sogenannte Flexi-Rente. Arbeitnehmer können dadurch flexibler aus ihrem Berufsleben aussteigen. Das heißt: Arbeitnehmern zwischen 63 und 67 Jahren wird durch eine Kombination von Teilrente und Teilzeitarbeit der Ruhestand erleichtert. Denn wer mit 63 Jahren in Teilrente geht, darf zukünftig mehr dazuverdienen. Ab Juli 2017 lassen sich bis zu 6.300 Euro hinzuverdienen, ohne dass die Rente gekürzt wird. Liegt der Verdienst darüber, wird dieser zu 40 Prozent an die Rente angerechnet.

    Rentenanteil für Neurentner: Der steuerpflichtige Rentenanteil erhöht sich von 72 auf 74 Prozent. Somit bleiben nur noch 26 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei.

    Was ändert sich für Sparer?

    Lebensversicherung: Für Sparer sind die Zeiten weiterhin angespannt. Wer 2017 eine Lebens- oder Rentenversicherung abschließen möchte, muss mit einer noch geringeren Garantieverzinsung rechnen als in den vergangenen Jahren. Diese sinkt von 1,25 auf 0,9 Prozent. Übrigens: Auf bestehende Versicherungsverträge hat die Absenkung des Garantiezinses keinen Einfluss.

    Rürup-Rente: 2017 können Inhaber einer sogenannte „Rürup-Rente“ einen großen Teil ihrer Beiträge als Sonderausgaben in der Steuererklärung geltend machen.
    Der steuerliche Höchstbeitrag steigt für Ledige von 22.767 auf 23.362 Euro. Davon können Versicherte 84 Prozent steuerlich geltend machen. 

    Was ändert sich ansonsten?

    Hartz IV-Sätze: Für Kinder und Jugendliche ändern sich die Regelsätze. Ab Januar 2017 erhalten Schulkinder unter 14 Jahren mehr finanzielle Unterstützung. Kinder zwischen 6 und 13 Jahren erhalten nun 291 Euro monatlich (zuvor 270 Euro). Zwischen 14 und 18 Jahren erhalten Jugendliche 311 Euro monatlich. Diese Erhöhung von 5 Euro betrifft ebenfalls ledige Erwachsene. Ehepaare erhalten 368 Euro (zuvor 364 Euro).