• 23.11.2016

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    Weihnachtsdeko am Haus – ist alles erlaubt?

    Darf ich meinen Balkon festlich schmücken, auch wenn ich zur Miete wohne?

    Hell leuchtende Weihnachtsfiguren, blinkende Lichterketten, weithin strahlende Weihnachtssterne – Hauseigentümer zahlen im Dezember einen hohen Preis für ihre Liebe zur Weihnachtsdekoration. Nicht selten verursachen üppig illuminierte Häuser im letzten Monat des Jahres so viel Stromkosten wie in den übrigen elf Monaten zuvor. Und wenn man in der Vorweihnachtszeit nach Einbruch der Dunkelheit durch die Straßen schlendert, kann man den Eindruck gewinnen, dass sich die Zahl der leuchtend dekorierten Häuser jedes Jahr verdoppelt. Doch wieviel Weihnachtsdeko ist eigentlich erlaubt?

    Da eine gesetzliche Regelung bislang fehlt, ist diese Frage gar nicht so einfach zu beantworten. Grundsätzlich gilt: Ihre Wohnung dürfen Mieter oder Eigentümer selbstverständlich dekorieren, wie es ihnen gefällt. Anders ist es aber, wenn Licht, Töne oder Gerüche aus der Wohnung oder dem Haus nach draußen gelangen: In diesem Fall müssen die Bedürfnisse anderer berücksichtigt werden. Wer sein Haus oder seinen Balkon festlich schmücken möchte, sollte deshalb darauf achten, dass die Nachbarn nicht von hell leuchtender oder Töne produzierender Weihnachtsdekoration gestört werden können. Im städtischen Bereich oder auf Balkonen sollten in der Zeit von 22 bis 6 Uhr alle Leuchtelemente ausgeschaltet werden. Das spart Ärger und Strom.

    Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt, sollte seine Nachbarn schon allein aus Rücksicht vor Anbringung einer festlichen Weihnachtsbeleuchtung am Balkon fragen, ob diese Einwände haben. Das Landgericht Berlin wies vor einiger Zeit darauf hin, dass es sich um eine inzwischen weit verbreitete Sitte handeln würde, in der Vorweihnachtszeit Fenster und Balkone mit leuchtender Dekoration zu schmücken. Es konnte hier keine erhebliche Pflichtverletzung des betreffenden Mieters erkennen. Dekoriert der Weihnachtsschmuck allerdings die Fassade eines Gebäudes, das sich mehrere Eigentümer teilen, kann durchaus anderes gelten: Das LG Köln entschied, dass dann, wenn ein Wohnungseigentümer eine Lichterkette anbringt, darin eine störende bauliche Veränderung des gemeinschaftlichen Eigentums gesehen werden kann – folglich müssten sämtliche anderen Eigentümer hier zustimmen.

    Strenger zu betrachten ist es, wenn eine größere Leucht-Figur an der Häuser-Fassade angebracht werden soll. Hier muss der Mieter in jedem Fall das Einverständnis seines Vermieters und der Eigentümer die Erlaubnis der Miteigentümer einholen. Einen Anspruch auf Zustimmung gibt es nicht. Beachtet werden sollte auch, dass solche Figuren andere Personen gefährden können und daher sicher angebracht werden müssen. Montagefehler können hier eine große Unfallgefahr darstellen und die Folgen einer herabfallenden Figur unabsehbar machen.
    Als Freund von Außendekorationen dieser Art und Eigentümer des Hauses sollten Sie deshalb über eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung nachdenken, die Sie bei eintretenden Schäden vor größeren finanziellen Folgen bewahren kann. Die gute Nachricht für Einfamilienhausbesitzer: Die Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung ist für das selbstgenutzte Einfamilienhaus Bestandteil unserer Privathaftpflichtversicherung.

    Fazit: Gerade in der Vorweihnachtszeit sind die Menschen sehr verständnisvoll. Besser ist es allerdings, wenn Sie im Vorfeld die Nachbarschaft über die Dekorationspläne informieren und sie miteinbeziehen.