• 19.05.2015

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    Wenn Schönes zur Gefahr wird

    Wie Skylaternen Schaden anrichten

    Das Wort „Wonnemonat“ stammt vom althochdeutschen „Wunnimanot“ ab und heißt so viel wie Weidemonat, weil die Kühe wieder auf die Weide durften. Heute feiert und meint man damit eher die erwachenden Gefühle der Liebenden und die Tatsache, dass sich im Mai viele Paare das Jawort geben. Aber leider birgt ein scheinbar harmloser Hochzeitsbrauch auch schwere Risiken: die Nutzung von Skylaternen.

    Skylaternen sind kleine Lampions, die man als Glückssymbol gen Himmel steigen lässt. Sie bestehen aus Papier, das Innere wird mit einem Brennstoff erhitzt. Ab einer bestimmten Temperatur steigt die Skylaterne wie ein kleiner Heißluftballon in die Höhe –  und das bis zu 500 Meter hoch. Was schön aussieht, kann in einer Einflugschneise von Flughäfen katastrophale Folgen haben. Aber nicht nur hier sind Skylaternen mit Vorsicht zu genießen. Nämlich immer dann, wenn sie während oder am Ende des Flugs womöglich brennend zu Boden fallen, können Bäume, Sträucher und Gebäude in Brand geraten und Personen verletzt werden.

    Grundsätzlich haftet jeder per Gesetz für Schäden, die schuldhaft Dritten gegenüber verursacht werden, unerheblich von der Höhe des Schadens. Damit dieser nicht aus der eigenen Tasche gezahlt werden muss, sollte generell eine Privathaftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Sie ist eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt.

    Wenn allerdings eine Skylaterne einen Schaden verursacht, leistet in der Regel kaum eine Haftpflichtversicherung hierfür. Die meisten Privathaftpflichtversicherungen kommen nicht für diese Schäden auf, es sei denn, es wurde eine explizite Erweiterung des Versicherungsschutzes hierfür vom Versicherer eingeholt.

    Deshalb rät die Grundeigentümer-Versicherung, besser auf Skylaternen aufgrund des beträchtlichen, unkalkulierbaren Risikos und des fraglichen Versicherungsschutzes zu verzichten. In den meisten Bundesländern ist aufgrund der erhöhten Gefahr ohnehin der Einsatz von Skylaternen verboten. Sollen die Lampions trotzdem zum Einsatz kommen, so ist vorher Kontakt mit den zuständigen Ordnungsbehörden aufzunehmen. Außerdem sind die Flugobjekte bei der Deutschen Flugsicherung (DFS – www.dfs.de) bzw. der Luftfahrtbehörde anzumelden, da die Lichter den Flugverkehr beeinträchtigen können. Auf der Internetseite der Flugsicherung steht ein Online-Formular zur Verfügung.