• Gliedertaxen in der Unfallversicherung

    Röntgenbild von einem FußRöntgenaufnahme der Handknochen nach Unfall

    Unfälle mit Personenschaden sind schnell passiert. Ob im Straßenverkehr, bei Freizeit und Sport oder im eigenen Haushalt - oft sind die Folgen gravierend und die Schäden bleibend. Die Unfallversicherung schützt vor finanziellen Verlusten durch einen Unfall mit Invaliditätsfolge. Grundlage der Leistung ist die vereinbarte Versicherungssumme. Die Höhe der Versicherungsleistung wird durch den Invaliditätsgrad bestimmt. Der wiederum wird mit Hilfe der sogenannten Gliedertaxe ermittelt.

    Was ist die Gliedertaxe eigentlich?

    Sie legt fest, mit welchem Prozentsatz jedes Körperglied bei der Feststellung des Invaliditätsgrades berücksichtigt wird. Sie ist Bestandteil des Versicherungsvertrags oder der Versicherungsbedingungen. In vielen Versicherungsverträgen ist die Standard-Gliedertaxe der vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) empfohlenen Allgemeinen Unfallversicherungsbedingungen vereinbart. Manche Unfallversicherungen bieten in ihren Tarifen erweiterte Gliedertaxen an. Das bedeutet höhere Prozentsätze als nach dem GdV-Standard.

    Feste Sätze der Standard-Gliedertaxe

    Hier einige Beispiele gemäß der GdV-Empfehlungen, die jeweils den Invaliditätsgrad bei Verlust oder vollständiger Funktionsunfähigkeit des betreffenden Körperteils benennen:

    • Arm im Schultergelenk = 70 %
    • Arm bis oberhalb des Ellenbogengelenks = 65 %
    • Hand im Handgelenk = 55 %
    • Daumen = 20 Prozent
    • Fuß im Fußgelenk = 40 %
    • Auge = 50 %
    • Ohr = 30% ...etc.


    Eine Verletzung des Auges mit dauerhaftem Verlust der Sehkraft führt demnach zu einem Invaliditätsgrad von 50 Prozent. Sind mehrere Körperglieder betroffen, werden die Invaliditätsgrade addiert - allerdings sind nur maximal 100 Prozent Invalidität erreichbar.

    Was gilt bei "teilweiser Funktionsunfähigkeit"?

    Bewirkt eine Verletzung eine teilweise Funktionseinschränkung, wird dies entsprechend anteilig berücksichtigt. Ist zum Beispiel der Daumen betroffen, die Funktion aber nur zur Hälfte beeinträchtigt, bedeutet das für die Berechnung: 20 Prozent x ½ = 10 Prozent. Die Feststellung des Invaliditätsgrads erfolgt dabei auf Basis einer ärztlichen Untersuchung und Begutachtung.

    Progressive Invaliditätsleistung

    Die Progression sorgt dafür, dass die Invaliditätsleistung (Kapitalleistung) je nach Schwere-Grad einer Invalidität nicht gleichmäßig erfolgt, sondern immer schneller ansteigt. Durch diesen Effekt erhalten Versicherte bei hoher Invalidität deutlich mehr als die in der Police vereinbarten Invaliditäts-Grundsumme. Die Progression wird wirksam, wenn der Invaliditätsgrad höher als 25% ist. Aufgrund unserer Erfahrungen in der Unfallversicherung empfehlen wir Ihnen eine Progression von 350%.

    Hierzu ein Berechnungsbeispiel:

    Angenommen, Sie würden durch einen Unfall einen Arm vollständig verlieren. Nach unserer Gliedertaxe ergäbe sich ein Invaliditätsgrad von 70% der Invaliditäts-Grundsumme in den Tarifen Basis und Komfort (in unserem Premium-Tarif 75%). Gut zu wissen: Die Progression wird immer wirksam ab über 25%.

    Wir helfen Ihnen gern

    Sollten Sie unsicher sein, welche Wahl für Sie richtig ist, rufen Sie bitte einfach unser Kunden-Center an, unter: 040 - 3766 3766

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