• Die Haftungsgründsätze zur privaten Haftung

    Die Pflichten zur Haftung (Privathaftpflicht) sind grundsätzlich im Zivilrecht geregelt. Im §823 des BGB steht geschrieben: „Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht von anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen (dem Geschädigten) zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet….“

    Aus den gesetzlichen Bestimmungen resultieren allerdings fünf Voraussetzungen, die für einen berechtigten Anspruch auf Schadenanspruch, für den dann Ihre Privathaftpflichtversicherung aufkommt, erfüllt sein müssen:

    1. Verschulden
    Ob gewollt (Vorsatz) oder durch Fahrlässigkeit, ob durch „Tun“ oder „Unterlassen“ - wer einen Schaden verursacht, handelt schuldhaft.

    2. Verletzung eines Rechtsgutes
    Im § 823 BGB spricht man von absoluten Rechten, die  nicht durch die Handlungen anderer Personen bedingt sind und von sonstigen Rechten, die unter die allgemeinen Persönlichkeitsrechte fallen.

    3. Widerrechtlichkeit
    Widerrechtlichkeit ist gegeben, wenn für ein Tun oder eine Unterlassung keine Rechtfertigung wie zum Beispiel Notwehr oder Selbsthilfe vorliegt.

    4. Kausalität (ursächlicher Zusammenhang)
    Ein entstandener Schaden und daraus resultierende Folgen sind nur dann ersatzpflichtig, wenn zwischen der Handlung (Tun oder Unterlassen) und eintretendem Schaden ein unmittelbar ursächlicher Zusammenhang festgestellt werden kann. Man spricht von einer adäquaten, juristischen Kausalität.

    5. Deliktfähigkeit
    Die Deliktfähigkeit definiert, inwieweit und unter welchen Voraussetzungen ein entstandener Schaden unter die Verantwortung des jeweiligen Verursachers fällt.  Gleichzeit gilt auch, dass ein Schädiger nur dann zum Ersatz eines Schadens verpflichtet ist, wenn der Geschädigte beweisen kann (und es unstrittig ist), dass hierfür alle Voraussetzungen erfüllt sind.

    Deliktfähige Personen

    Deliktfähigkeit besteht für alle volljährigen Personen, diese haften uneingeschränkt. Bedingt deliktfähig sind Minderjährige von 7- 18 Jahren. Diese haften nur dann uneingeschränkt, wenn während der Handlung, die zu einem Schaden führt, die zur Erkenntnis der Verantwortlichkeit notwendige Einsicht vorhanden war.
    Deliktunfähig
    sind hingegen Kinder unter 7 Jahren, Minderjährige bis zum vollendeten 10. Lebensjahr  als Teilnehmer am fließenden motorisierten Straßen- und Bahnverkehr, sofern keine mutwillige Handlung vorliegt.

    Drei Haftungsarten:

    1. Verschuldenshaftung
    Eine Verpflichtung zum Schadenersatz  besteht dann, wenn eine schuldhafte bzw. unerlaubte Handlung oder die Verletzung einer Aufsichtspflicht (pflichtwidriges Verhalten) vorliegt - zum Beispiel Eltern, die für ihre Kinder haften, ein Vormund oder vertraglich beauftragte Aufsichtspersonen.

    2. Gefährdungshaftung
    Neben der Haftung durch schuldhafte Handlungen beschreibt das BGB auch Rechtsvorschriften für die Haftung aus Gefährdung. Dabei geht es darum, ob der Verantwortliche seine Umgebung eine der folgenden Gefahren ausgesetzt hat: 

    - Umweltverunreinigung durch Anlagen (Öltank, Atomkraftwerk)
    - Haltung von Kraftfahrzeugen
    - Haltung von Tieren

    3. Vertragshaftung
    Eine Vertragshaftung ergibt sich, wenn zwischen dem Schädiger und dem Geschädigten ein Vertrag (Kaufvertrag, Mietvertrag, Beförderungsvertrag etc.) bestanden hat. Grundlagen für die Haftung  können sein:

    - mangelnde Vertragserfüllung oder auch mangelnde Erfüllung von    
      Nebenpflichten, die über die reine Erfüllung des Vertrags hinausgehen
    - die Haftung für das Verschulden eines Erfüllungsgehilfen
    - Haftung für Handlungen vor Vertragsschluss

    Weiterführende Informationen zu unserer Privathaftpflichtversicherung:

    Alle Leistungen unserer Tarife im Überblick

    - Fünf typische Schadenfälle für eine Haftpflichtversicherung

    - Günstige Privathaftpflichtversicherung - speziell für Senioren