• Dauerfrost: Schäden an Heizungsanlagen vermeiden

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    Kalte Temperaturen lassen Leitungswasserrohre einfrieren.
    Derzeit bestimmt eine Kältewelle unsere Wetterlage und lässt vielerorts die Menschen zittern. Hauseigentümer sollten spätestens jetzt ihre Heizungsanlagen kontrollieren, damit Leitungswasserrohre nicht einfrieren und hohe Schäden am Gebäude entstehen. Dies gilt besonders, wenn das Eigenheim über die Wintermonate unbewohnt bleibt.

    Eigentlich sollte sich jeder Hauseigentümer vor Gebäudeschäden durch Leitungswasser und Schäden an den Leitungen selbst durch Abschluss einer Wohngebäude- und Hausratversicherung schützen. Doch dabei muss der Versicherungsnehmer auch bestimmte vertragliche Obliegenheiten beachten. So ist es beispielsweise Voraussetzung für eine Versicherungsleistung, dass Sicherheitsvorschriften beachtet werden. Dies bedeutet unter anderem, dass Heizungssysteme regelmäßig geprüft und gewartet werden sollten, damit Mängel rechtzeitig entdeckt und beseitigt werden können. Dazu gehören das Entlüften der Heizkörper und die Kontrolle der Heizungsanlage. Wasserführende Rohrleitungen, die sich in frostgefährdeten Bereichen befinden, sind dabei im Winter außerdem unter besondere Beobachtung zu stellen.

    „Wer bei einer längeren Abwesenheit die Heizungsthermostate auf den Modus ‚Frostwächter’ stellt, kommt seiner Sorgfaltspflicht unter Umständen nicht genügend nach“, weiß Schadenverhütungsexperte Andreas Hackbarth von der Grundeigentümer-Versicherung. Der Modus sorgt zwar dafür, dass die Heizung bei einem Temperatureinbruch in der Nähe des Heizkörpers anspringt, nicht jedoch dafür, dass beispielsweise in Abseiten verlegte Rohrleitungen vor Frost geschützt werden. Daher empfiehlt es sich, im Winter eine generelle Raumtemperatur von ca. 19 Grad zu halten. Auch ist es möglich, dass die komplette Heizungsanlage ausfällt, beispielsweise bei einem Stromausfall. Und Hackbarth weiter: “Damit eine ausreichende Beheizung des Gebäudes auch bei einem Ausfall der Anlage sicher gestellt wird, haben Eigentümer und Mieter dafür zu sorgen, dass Vertrauenspersonen Kontrollgänge durchführen.“ Darauf wies auch das Landgericht Bonn hin, welches diesen Fall zu entscheiden hatte (Urt. v. 21.11.2006; Az.: 10 O 203/06). In der Begründung hieß es, dass bei einer längeren Frostperiode und einer sehr niedrigen Temperatureinstellung die Heizung ggf. auch täglich überwacht werden müsse, damit auf einen Ausfall der Anlage noch rechtzeitig reagiert werden kann. Der Eigentümer hatte in diesem Fall keinen Anspruch auf Leistungen aus der Gebäudeversicherung.

    Eine Kontrolle leer stehender Gebäude empfiehlt sich nicht nur während der Frostzeit, sondern auch besonders unmittelbar nach deren Ende. So kann zumindest ein möglicher Schaden nach dem Auftauen möglichst gering gehalten werden. Kommt es trotz aller Vorbeugungsmaßnahmen zu einer eingefrorenen Wasserleitung, sollten kleinere Auftauarbeiten nie mit einer offenen Flamme erfolgen. Besser ist es, in diesem Fall vorsichtig einen Föhn zu nutzen, der von der Entnahmestelle zur vereisten Stelle einzusetzen ist. Wurde vorher versucht, Ventile zu öffnen, sind diese wieder zu schließen, damit es nicht auf diesem Weg zu einem Wasserschaden kommt. Besser ist es, frühzeitig Fachfirmen heranzuziehen und die Versicherung schnell zu informieren.

    Weitere Informationen zur Wohngebäudeversicherung unter www.grundvers.de.

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